Forum: „Moerser Stadtgespräche“

Haushalt und Bürgerbeteiligung (2040 Klicks)

Da es leider in dem Forum zum Haushalt keine allgemeine Rubrik gibt, poste ich an dieser Stelle.
Die Offenlegung des Sparprogramms finde ich grundsätzlich gut. Dies jedoch als Bürgerbeteiligung der allzuoffenen Verwaltung zu verkaufen, finde ich sehr sehr kritisch. Beteiligung setzt voraus, dass die Beteiligten in die Lage versetzt werden, den Sachverhalt zumindest annähernd zu verstehen. Das heißt, es muss nachvollziehbar sein und gut erklärt werden. Mit abstrakten Zahlenspielereien, über die der Bürger abstimmen darf, ist kein realistisches Meinungsbild zu erzeugen. In der Verwaltung gibt es leider niemanden, der sich mit komplexen und ernst gemeinten Beteiligungsprozessen auskennt. Der Bürgermeister hat sich seinerzeit von seinem Amtssitz im neuen Rathaus ins alte Rathaus von seinem Chauffeur im Dienstbenz fahren lassen, um keinem Bürger/ Wähler zu begegnen. Die Verwaltungsspitze würde ernstgemeinte Beteiligungen nicht zulassen, wenn sie etwas bewirken würden.
Zurück zum Haushalt: es ist klar, dass Moers sparen und sich konsolidieren muss. Es ist aber auch klar, dass die Stadt in der zunehmenden Konkurenz um Einwohner, die auch noch Steuern zahlen, attraktiv bleiben muss. Wie die Schreiber des Bürgermeisters es anführen, dass der Anteil der Kinder um 16% zurückgeht und demnach die Infrastruktur zurückgefahren werden kann, ist zunächst richtig. Aber ist dies Gottgegeben oder kann nicht auch vielmehr die Umsetzung von Konzepten zur Zukunftsfähigkeit der Stadt junge Familien anziehen. Damit will ich sagen, dass es in dem Konzept der Haushaltskonsolidierung um nackte Zahlen, um ein entweder oder, um ein ganz oder gar nicht geht und weniger um die konkreten Inhalte und ihre Folgen. Zielbringend sind in diesen komplexen und schwierigen Zeiten jedoch integrative Ansätze, die auch mal über den Tellerrand hinausschauen und Dinge miteinander verknüpfen. Wieso sollten z.B. Büchereizweigstellen nicht mit Bürgerservicestellen zusammengelegt werden. Es müssen Synergien erzeugt werden. Hier ist eine Verwaltungsspitze gefragt, die ein wirkliches Interesse an Moers und seinen Bürgern hat (wir sind keine Fohlen, können aber dennoch viel bieten), ein Bürgermeister, dessen Profession es war Zechen abzuwickeln, muss verstehen, dass ein Kontakt auch mit kritischen Bürgern zu dem nicht ganz schlecht bezahlten Job dazugehört und es über Andrea Berg hinaus einen Kulturbegriff gibt, die Politik muss begreifen, dass das Ende des eigenen Jägerzauns nicht das Ende des Denkens bedeutet und letztendlich müssen die Mörser verstehen, dass es sich lohnt um diese einst sehr attraktive und lebendige Stadt zu kämpfen. Ein Moerser.

Beitrag von Lebensqualität vs. Moers vom 23. August 2012 19:49

Thema geschrieben von Datum/Zeit
Haushalt und Bürgerbeteiligung (2040 Klicks) Lebensqualität vs. Moers 23.08.12 19:49

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